
Das gehört sich aber nicht!!!
Die »öffentliche« Moral und Ethik gelten auch in christlichen Kreisen grundsätzlich als verpflichtend. Ich behaupte, dass das falsch ist. Siehe dazu auch: »Homosexuell, na und?« Das Lexikon definiert folgendermaßen:
»Ethik (gr.)«:
philosophische Lehre von den sittlichen Werten; die Ethik setzt stets die Möglichkeit der Wahl voraus; zu unterscheiden sind:
a) die alle Werte übergreifenden Grundwerte, wie Leben, Bewusstsein, Freiheit;
b) die Tugenden, wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe,
c) spezielle ethische Werte, wie z. B. Persönlichkeitswerte.
»Moral (lat.)«" wird folgendermaßen definiert:
philosophisch: im Gegensatz zur Ethik meist das tatsächlich geübte sittliche Verhalten.
Es hat immer wieder Versuche gegeben, eine allgemein gültige Moral und Ethik für alle Menschen aufzustellen.Von allen Philosophen (Philosophie = Liebe zur Weisheit) ist das immer wieder versucht worden. Ich will jetzt nicht im einzelnen auf diese Lehren eingehen. Aber es gibt doch grundlegendes dazu zu sagen.
Moral und Ethik sind philosophische und nicht christliche Regeln.
Sie sollen für das Zusammenleben der Menschen, die kein Eigentum Gottes sind, hilfreich sein. Das ist deswegen so nötig, wil die sich ja nicht nach der Bibel richten.
Problem dabei ist, dass man alle Betroffenen über einen Kamm schert.
Anders geht es auch nicht. Wie will man denn begründen, dass die eine Vorschrift wohl für den einen, aber nicht für den anderen gilt.
Der letzte Großversuch dieser Art war der Kommunismus. Dort waren auch alle gleich! Einige mehr, andere weniger??
Es wird immer so sein, dass es bei diesen »Regeln« Nutznießer und Leidtragende gibt. Auch bei »christlicher» Moral.
Ich definiere »christlich« so:
- nicht ganz rot ist rötlich,
- nicht ganz grau ist gräulich
- und nicht ganz Christ ist christlich.
Deswegen sind solche Versuche die sich oft mit einem christlichen Mäntelchen tarnen (z. B. Oxfordgruppenbewegung und die »moralische Aufrüstung«) auch immer zum Scheitern verurteilt.
Auch in der neueren Zeit gibt es solche Bestrebungen. So versuchen die USA sich immer wieder auf ihre »christlichen Werte« zu besinnen.
Das Ergebnis sind solcher krampfhafter Versuche sind Abtreibungsgegner, die zur Strafe die Abtreiber umbringen.
Auch der Ku-Klux-Klan und viele antisemitische Bewegungen haben hier ihre Wurzeln.
Sogar die seltsame Anschauung während der Nazizeit, dass die Juden selber schuld seien, wenn sie verfolgt würden, haben sie doch den armen Heiland umgebracht, hat ihre Wurzeln in dem Bemühen, das christliche Verhalten dem jeweiligem Zeitgeist anzupassen.
Es galt ja auch nicht als unmoralisch einen Juden der SS zu überliefern.
In dieser Beziehung hat sich ja auch die Schweiz sehr verdient gemacht.
Ich weiß nicht wie ich mich in der damaligen Zeit verhalten hätte. Es steht mir auch nicht zu über irgend jemand, der daran beteiligt war, zu richten. Aber es ist unsere Aufgabe die Vergangenheit zu beurteilen, um aus ihren Fehlern zu lernen. Was auch immer da versucht wurde, es hatte immer die Folge, das Menschen in ein Verhaltenskorsett, das sie eigentlich gar nicht wollten, mehr oder weniger, gewaltsam hinein gequetscht wurden.
Immer geschahen solche Versuche nicht aus Liebe, sondern weil irgend jemand die bestehende Ordnung nicht passte oder jemand sich in der bestehenden so wohlfühlte, dass er wollte, das sich alle wohlfühlen sollten. Er hatte für sich den »idealen« Weg entdeckt, und zwang jetzt die anderen seinem Weg zu folgen.
Was aber sagt die Bibel über das Zusammenleben von Christen?
"Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Johannes 13, 35
Dem Herrn Jesus geht es niemals um das Einhalten irgendwelcher fixierter nicht auf den einzelnen eingehenden Regeln.
"...der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig." 2. Korinther 3, 17
Aber das war den Menschen immer zu schwierig. Es ist viel einfacher zu sagen: "Ich richte mich nach der und der Regel", als bei jeder Handlung abzuwägen, was würde der Herr Jesus tun.
Er hat nie gefragt, was ist Sitte, was ist Moral? Sondern er fragte: " Was will mein Vater, das ich es tue?"
Hätte er nach Sitte und Anstand gehandelt, so hätte er nie im Tempel aufgeräumt, am Sabbath geheilt, und schon gar nicht wäre er für dich und für mich ans Kreuz gegangen. Das war nicht "in". Das war "megaout".
Die Bibel sagt in Galater 3, 13: "Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist - denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!« -,"
Wir haben in Johannes 13 erfahren, dass Gott von uns verlangt, dass wir dadurch als Christen erkennbar sind, weil wir uns gegenseitig (und selbst) lieben.
Beides ist nicht ganz einfach.
Der Mensch wollte die absolute Freiheit.
Gott hat sie uns in Jesus Christus geschenkt.
"Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit." 2. Korinther 3, 17
"Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!" Galater 5, 1
"Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlaß für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!" Galater 5, 13
Und die Liebe lässt sich nicht in Regeln pressen.
Die Ethik dient dazu, gegeneinander aufzurechnen. Das darfst du. Das darfst du nicht. Wenn du das tust geschieht dir jenes.
Das ist, denke ich Pharisäermetalität.
Je nachdem, wie gut die Moral der Menschen ist, klappt das dann auch in etwa. Aber mit Liebe hat das nichts zu tun.
Es ist plumper, bleierner Ersatz.
Letztendlich war ja auch das verbrecherische Regime des Kommunismus nichts weiter, als der bewußte Versuch, ein Christentum ohne Christus zu schaffen.
Wenn ich mich nicht sehr täusche, kam zumindest Engels aus einem frommen Elternhaus. Dort hatte er erlebt wie sehr der Buchstabe tötet. Wo die Liebe nicht herrscht, werden alle Regeln des miteinander Umgehens zur Zwangsjacke.
"Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.
Ihr gebt das Gebot Gottes preis und haltet die Überlieferung der Menschen fest.
Und er sprach zu ihnen: Trefflich hebt ihr das Gebot Gottes auf, damit ihr eure Überlieferung haltet." Markus 7, 7
Es wird noch schlimmer:
"Denn Mose hat gesagt: »Ehre deinen Vater und deine Mutter!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.«
Ihr aber sagt: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter spricht: Korban - das ist eine Opfergabe - sei das, was dir von mir zugute gekommen wäre,lasst ihr ihn nichts mehr für Vater oder Mutter tun, indem ihr das Wort Gottes ungültig macht durch eure Überlieferung, die ihr überliefert habt; und ähnliches dergleichen tut ihr viel." Markus 7, 10 - 13
Das Jerusalemer Bibellexikon sagt dazu:
Korban: Das hebräische Wort für »Opfer«, »Opfergabe«. Mit diesem Wort konnte ein frommer Jude den Tempel zum Alleinerben seines Besitzes einsetzen. Da er anschließend über seinen Besitz nicht mehr frei verfügen konnte, entzog er sich so - entgegen dem Gebot Gottes - der Sorgepflicht gegenüber seinen Eltern. Ende des Zitats
Ich halte dies für einen klaren Beweis dafür, dass Gott will, daß wir seinen Geboten folgen und nicht irgendeiner menschlichen Moral. Gott wollte immer etwas anderes!
Kein »moralisches« Verhalten, war die Prämisse seines Wollens, sondern Liebe, Vertrauen und Glaube.
"Und einer der Schriftgelehrten, ...trat hinzu, und da er wußte, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete ihm: Das erste ist: »Höre, Israel: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!«
Das zweite ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« Größer als diese ist kein anderes Gebot." Markus 12, 28b - 31
"Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.
Denn das: »Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren«, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist in diesem Wort zusammengefaßt: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«." Römer 13, 8 - 9
Für das, was Gott will, ist Abraham ein Gutes Beispiel: Römer 4, 13 sagt: "Denn nicht durch Gesetz wurde Abraham oder seiner Nachkommenschaft die Verheißung zuteil, daß er der Welt Erbe sein sollte, sondern durch Glaubensgerechtigkeit." und Hebräer 11, 8: "Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme."
Facit
Wenn wir Ethik und Moral als Krücken für den Umgang miteinander brauchen, dann stimmt etwas mit unserem Glauben nicht.
Dann fehlt uns die Liebe. Die aber können wir uns von Gott erbitten.
"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
die größte aber von diesen ist die Liebe.
Strebet nach der Liebe;" 1. Korinther 13, 13 - 14, 1
