Wie Du mir - so Gott Dir

Für viele Menschen stellt sich die Frage, ob sie dem anderen immer vergeben müssen überhaupt nicht. Sie stellt sich deswegen nicht weil niemand von ihnen, zumindest kein anderer Mensch, ihr Staat und auch ihre Religion nicht, es von Ihnen verlangt.

Sie sind der Ansicht, das die alte Regel Auge um Auge, Zahn um Zahn! auch für sie gilt.

Aber wie so oft gelten Regeln die im biblisch/israelischen Strafrecht für Israel galten (auch da nur unter bestimmten Voraussetzungen wie Vorsatz etc.) nun einmal nicht für Christen.

Und wie so oft sind die Forderungen GOTTes an uns wiedergeborene Christen wesentlich kräftiger, umfassender und schwerer zu "erledigen" als sie für Weltmenschen oder Taufscheinchristen zu gelten scheinen.

Folgendes gilt für uns: Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben mal!
Matthäus 18,21-22
Großzügig wie viele Menschen sind wird hier oft gesagt das sei bildlich zu verstehen und eben nur eine Allegorie für immer wieder. Nun, wie dem auch sei halten wir uns einfach an Lukas 14. 3-4.
Dort sagt der Schöpfer und Erhalter dieser Welt. Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm!
Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben.

Wenn wir rechnen dass ein normaler Tag 12 Stunden hat, an denen ich mit meinem Bruder zu tun habe bedeutet das, wenn er alle ein dreiviertel Stunden sich an ihnen versündigte sollten die Jünger ihren Bruder vergeben. Nun mag es sein, das hier erst einmal von leiblichen Brüdern die Rede war. Sicher ist jedenfalls es galt auch für die Schwestern. Es gilt heute für jeden für jeden Menschen aus unserem Umfeld, der wiedergeboren ist. Den nach der Definition der Bibel sind alle Wiedergeborenen Brüder und Schwestern. Unabhängig von Familien- oder Volkszugehörigkeit, von Hautfarbe, Alter oder Beruf. Unabhängig von der Zugehörigkeit zu irgendeiner Denomination.

Nach Matthäus schrumpft der Abstand der Vergebungsfrist sogar auf wenige Minuten zusammen, genauer auf weniger als anderthalb Minuten.

Und in Matthäus fehlt sogar der, für viel Gläubige so wichtige Zusatz: …wenn er bereut. Er fehlt deswegen weil der obere Abschnitt zu "normalen" Menschen, der untere aber zu den Jüngern gesagt worden war.

Wobei dieses bereut gar nicht heißt, er muss auf den Knien ankommen um Verzeihung bitten, den Schaden vielfältig wieder gutmachen oder es zumindest versuchen. Da steht auch gar nicht, das wir erkennen sollen, das er bereut.

In den "apostolischen" Briefen werden uns genauere Details zu diesem Thema genannt.
Dort heiß es im ersten Korintherbrief 6,1-7: Bringt es jemand von euch, der einen Rechtsstreit mit dem anderen hat, über sich, vor den Ungerechten zu streiten, und nicht vor den Heiligen?
Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr dann nicht würdig, über die geringsten Dinge zu richten?
Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden, wie viel mehr über Alltägliches?
Wenn ihr nun über alltägliche Dinge Rechtshändel habt, so setzt ihr die zu Richtern ein, die in der Gemeinde nichts gelten?
Zur Beschämung sage ich es euch. Also gar kein Weiser ist unter euch, der zwischen Bruder und Bruder entscheiden kann?
Sondern es streitet Bruder mit Bruder, und das vor Ungläubigen!
Es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshändel miteinander habt. Warum lasst ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?

Ich will diesen Text nicht auslegen. Ich lasse ihn so stehen wie er da steht.

Aber bedenken wir, er ist kein Ratschlag eines überspannten Heiligen, eines Sektenpredigers. Es handelt sich um eine Rechtsforderung des lebendigen GOTTes an uns. Eine von GOTT verordnete Verhaltensregel.
Der einzige Trick den ich kenne wie man diesen Befehl GOTTes umschiffen kann ist jenen mit dem wir Probleme haben als NichtBruder zu deklarieren. Aber dieser Schachzug ist dumm und unverschämt dem Bruder und dem der Dich und Ihn errettet hat gegenüber.
Anders gesagt er ist Sünde, denn er ist Ungehorsam GOTT gegenüber und die Bibel sagt im neuen Testament neunzehn mal deutlich, das ungehorsam gegen die Weisungen GOTTes Sünde sei.

Da gibt es noch einen triftigen Grund zu vergeben.
Das Gebet, anhand dessen der Herr Jesus Christus uns zeigt wie wir beten sollen. Dort heißt es unter anderem: …und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben!.
Wir erwarten, das Wort GOTTes bestätigt diese Erwartung ja auch deutlich, das GOTT uns durch die durch das Blut Jesus geschehene Vergebung, alle unsere Sünden vergibt. Alle, auch jene von denen wir gar nicht wissen dass es Sünde war, oder jene die wir vergessen haben oder ihnen gar keine Bedeutung beimaßen.

Er ist dazu bereit. Also müssen wir, wenn wir uns mit jener Art zu beten nicht selbst Gericht an den Hals beten wollen genau so tun.

Ich weiß, das es sehr schwer sein kann, ja das es sehr schwer ist, dieser Forderung GOTTes stattzugeben. Aber was meinst Du wie schwer es Jesus Christus fällt Dir zu vergeben?

Du meinst, das kann man nicht vergleichen? Recht so.
Man kann es wirklich nicht.
Aber auf Dir liegt nun mal eine große Verantwortung:
Zum Abschluss noch ein Vers: Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und die Türen, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus und trat in die Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch!
Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Friede euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.
Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten.
  Johannes 20,19-23
Dieser Abschnitt wird von diversen Sekten gerne benutzt um irgendwelche nicht biblischen Praktiken zu rechtfertigen. Ich möchte nur Ohrenbeichte und Ablass nennen.

Aber auch hier geht es zum einen erst einmal auf die Apostel beschränktes Recht, ja eine Pflicht. Denn noch war es nicht zu Ausgießung des heiligen Geistes gekommen. Nur die Apostel (alle hier anwesenden) hatten den Geist GOTTes empfangen. Sie waren jene, die in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten die Vergebung in Jesus Christus zusprechen konnten. Sie bewirkten also nicht selbst Vergebung sondern sprachen sie zu.
Diese Gnadengabe, dieses große Charisma, wird danach nie wieder erwähnt. Es war auch nicht nötig. Denn nun zeugt sein Geist, der Geist GOTTes selber das wir (jeder wiedergeborene) Kinder GOTTes sind.

Im persönlichen Bereich allerdings gilt es sicherlich auch heute noch. Denn, wenn der Bruder, der sich gegen uns versündigt hat, von uns keine Vergebung erfährt wird er immer unter seinem Fehler leiden. Das mag uns freuen. Geistlich ist es falsch, ist es Sünde.