
Ist der Herr Jesus die Erfüllung des Gesetzes?
Es gibt wahrscheinlich den einen oder anderen Leser, der mit dieser Fragestellung Probleme hat.
Vielleicht denkt er ja, das das Gesetz, (ob nur die zehn Gebote, oder noch ein paar mehr ist im Moment egal) weil es von GOTT ist, muß zwangsläufig vollkommen sei.
In gewisser Weise stimmt das zwar. Aber allerdings nur wenn wir die Dummheit und das Unvermögen der Menschen im Allgemeinen und einiger herausragenden Spezies im Besonderen nicht mit einbeziehen.
Hätte auch nur ein Mensch auf dieser Erde, von Adam bis hin zum letzten gezeugten Menschen, das Gesetz aus eigener Kraft erfüllen können, er wäre es wert himmlische Ehren zu empfangen. Die Bibel sagt aber ganz klar, das auch nicht ein Mensch, nicht einer der ganzen Schöpfung, nicht Mann, nicht Frau, das Gesetz je erfüllt hat. Da die Bibel GOTTes Wort ist, ist sie natürlich wahr, denn GOTT lügt nicht.
Das, wiederum, bedeutet: Das Gesetz hat nicht erreicht, was es von GOTT aus erreichen sollte.
Es hat also in Bausch und Bogen versagt. Man kann jetzt darüber spekulieren, ob die Meßlatte zu hoch war, oder der Mensch mit seinem sündigen Wesen, es sinnvoller fand nach Lücken und Möglichkeiten des Umgehens zu suchen als danach zu streben es zu erfüllen, bzw. nicht dagegen zu verstoßen.
Biblischer Fakt ist: Das Gesetz hat nie als «Heilsbringer» gewirkt, obwohl es das eigentlich sollte.
Und meine Ordnungen und meine Rechtsbestimmungen sollt ihr halten. Durch sie wird der Mensch, der sie tut, Leben haben. Ich bin der HERR. Steht in 3.Mose 18,5
Noch einmal aber sei gesagt, das ist nicht Schuld GOTTes sondern Schuld der Menschen.
Trotzdem war das Gesetz nicht sinnlos. GOTT schafft nichts Sinnloses. Niemals.
Denn eine Funktion behielt das Gesetz trotz allem. Es diente zur Überführung von Sünde und sprach jeden für schuldig, der gegen es verstieß.
Der Mensch hatte einen Maßstab bekommen an dem er (in gewisser Weise) seine «GOTTgefälligkeit» messen konnte. Seine und die der anderen. Über die Tatsache, das es dann ja auch mehr zu letzterem genutzt wurde wollen wir jetzt nicht reden.
Zwei Dinge wurden manch Einem dabei gar nicht, einigen Wenigen jedoch ganz besonders, klar.
Wenn der Mensch das Gesetz GOTTes nicht halten kann, dann braucht der Mensch Hilfe.
Diese Versuche Hilfe zu finden, um in den Augen GOTTes «besser dazustehen» gibt es teilweise auch heute noch.
Man nennt sie im Allgemeinen: Religion.
Zu den Unterschieden zwischen Religion und Glauben wird an anderer Stelle einiges gesagt werden.
Alle diese Religionen, ob sie nun Götter, Dämonen Heilige oder Gottesmütter oder –onkel benutzen haben eines gemeinsam.
Sie sind ausgemachter Blödsinn und nicht nur nutzlos sondern auch noch schädlich. Äußerst schädlich sogar.
Weil nun GOTT in einer so wichtigen Sache nicht einfach «seine Meinung ändern» kann (Vom Vater der Himmelslichter kommen nur gute und vollkommene Gaben (Bei ihm gibt es keine Veränderung und auch keine zeitweilige Verfinsterung. Jakobus 1,17), darum musste er einen Ausweg finden. Einen Ausweg, der sowohl seiner Heiligkeit, seiner Gerechtigkeit als auch seiner Liebe entsprach.
Er fand ihn.
Er selbst wurde Mensch in Jesus Christus. Er sandte seinen einzigen Sohn, damit dieses für Dich und für mich auf Golgatha die Forderungen GOTTes an uns erfüllte. Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer GOTT zugleich, erlitt an seinem Leib, alle die Strafen die wir hätten bezahlen müssen. GOTT selber zahlte also unsere Sündenschuld damit wir Frieden haben könnten mit ihm.
Er brachte, als der vollkommene Hohepriester, das einzig vollkommene Opfer.
Dadurch, das er selber völlig ohne jeden Flecken, ohne jede Runzel einer Sünde war, konnte er das tun.
Seither ist der Zorn GOTTes auf jeden, der nicht seinen Willen tut, durch das Blut Jesu ausgelöscht. Allerdings auch nur wenn der Betroffene dis ausdrücklich für sich in diesem Leben in Anspruch nimmt!
Sie selber, jene, die die Vergebung, die in Jesus Christus ist, für sich ganz bewusst angenommen haben, die Wiedergeborenen also, wurden durch eine einzige Sache davon überzeugt, das sie diese Vergebung auch brauchen.
Das Gesetz wirkte hier als «Zuchtmeister» auf Jesus hin. Als ich mich als das erkannte, was ich zu jenem Zeitpunkt auch war, als hoffnungslos verlorenen Sünder, wusste ich, das ich dem Gesetz GOTTes nach, wegen meiner übergroßen Sünde zum Tode verurteilt war. Ich erfuhr aber auch, das GOTT in Jesus einen, ja den einzigen, Weg zur Vergebung meiner Sünden geschaffen hatte.
Ich tat, was getan werden musste.
Ich gestand dem Sieger von Golgatha, meine Sünden und meine Sündhaftigkeit. Ich nahm dankend, die durch ihn, für mich, erwirkte Vergebung, die Bezahlung aller meiner Sünden, an.
In Römer 7 las ich dass ich nun für die Forderungen des Gesetzes gestorben sei. Das Gesetz aber ebenso keine Gültigkeit für mich habe.
Nie kam mir in den Sinn, dass ich jetzt völlig «gesetzlos» hätte handeln dürfen.
Als Katholik war es mein Ziel möglichst wenig zu sündigen und da wo ich (aus welchen Gründen auch immer) gesündigt hatte zu beichten,
Nun war es mein Ziel möglichst so zu leben wie mein Herr und Heiland es wollte. Der aber wollte nicht, dass ich jetzt 10, 50 oder 256 Gebote hielt sondern dass ich ihn von ganzem Herzen liebte.
Da er mit einem Opfer (dort auf Golgatha) mich (vor GOTT) für immer gerecht gemacht hatte, war das Gesetz, mit allem tue dies und lass jenes, «erledigt», «abgetan».
Jetzt noch Kraft für etwas vertun, was in Bezug auf mich gar keine Kraft mehr hat, wie die Bibel sagt kraftlos geworden ist, hieße zum einen, die Kraft Jesus, die Kraft seines Erlösungswerkes auf Golgatha zu schmälern.
Wohlgemerkt, der Hintergrund ist nicht der Wunsch nach Zügellosigkeit, es ist der Wunsch möglichst «gottgefällig» zu leben.
Das Gesetz GOTTes aber geht, wie jeder wiedergeborene Christ wissen sollte, weit über den Inhalt der durch Mose gegebenen Gebote und Vorschriften hinaus.
Das wird schon bei der so genannten Bergpredigt deutlich.
Nicht der Buchstabe zählt bei GOTT, sondern der Geist des «Tuenden».
Am Beispiel des Zehnten kann man das ganz deutlich sehen.
Für alle Nichtwiedergeborenen gilt die Forderung des Gesetzes, nach Abführung der Zehnten. (Kein Schreibfehler, es gibt mehr als einen Zehnten.).
Danach kann er sagen: «Das ist jetzt meins!».
Bei einem Wiedergeborenen aber gibt es keinerlei Grenzen bei den Forderungen GOTTes an ihn.
Jesus Christus gab sein Leben für meines. Ich habe dieses Angebot angenommen. Das bedeutet: Jetzt gehört mein Leben dem Mann von Golgatha.
Gehört ihm aber mein Leben, gehört ihm meine Zeit, meine Kraft und natürlich auch mein Geld.
Meine Verantwortung besteht nun darin, es so einzusetzen wie GOTT es will.
Wollte man die sich daraus ergebenen Folgerungen in ein Buch fassen, so müsste es für jeden Menschen extra geschrieben werden. Auch macht es keinen Sinn die Regeln, die ich für mein Leben als richtig erkannt habe, automatisch auf alle anderen Menschen auszudehnen.
Ich bin doch kein Ratgeber GOTTes, der sagen kann was der andere zu tun und zu lassen hat.
Natürlich sind jene Dinge, die die Schrift als Greuelsünden bezeichnet, weiterhin Sünde und für die Lebensführung eines wiedergeborenen Christen nicht vereinbar.
Aber ein Christ der der sein Glaubensleben auf die Erfüllung von zehn Geboten beschränkt, beschneidet GOTT in der Verfügungsgewalt über sein Leben. Ja er beraubt GOTT um den Lohn des Erlösungswerkes.
GOTT will mehr von Dir. Er will alles. Er will Dich ganz und gar. Sei klug und verweigere Dich nicht!
Der entscheidende Punkt bei allem Gesagten ist der: Wir haben einen Hohenpriester, der sich auf den höchsten Ehrenplatz an der rechten Seite der göttlichen Majestät im Himmel gesetzt hat und der seinen Dienst im wahren Heiligtum versieht, in dem Zelt, das nicht von Menschen, sondern von Gott errichtet wurde.
Jeder Hohepriester wird ja eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Deshalb muss auch der Hohepriester, von dem wir sprechen, etwas haben, was er Gott opfern kann.
Wäre er hier auf der Erde, dann wäre er nicht einmal Priester, denn hier gibt es schon Priester, die vom Gesetz dazu bestimmt sind, die Opfer darzubringen. Ihr Dienst vollzieht sich allerdings in einem Heiligtum, das nur ein Schatten, eine unvollkommene Nachbildung des himmlischen Heiligtums ist. Denn als Mose daranging, das heilige Zelt zu errichten, erhielt er von Gott die Weisung: "Achte darauf, dass alles genau nach dem Vorbild angefertigt wird, das dir auf dem Berg gezeigt wurde."
Der Dienst, der Jesus übertragen wurde, hat dagegen eine unvergleichlich größere Bedeutung. Er ist ja auch der Vermittler eines viel besseren Bundes geworden, der sich auf viel weiter reichende Zusagen stützt.
Hätte der erste Bund keine Mängel gehabt, so wäre kein zweiter nötig gewesen.
Denn Gott tadelte sein Volk als er sagte: "Es wird ein Tag kommen, sagt der Herr, an dem ich mit dem Volk von Israel und dem Volk von Juda einen neuen Bund schließen werde. Er wird anders sein als der, den ich damals mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm und aus Ägypten herausführte. Denn diesem Bund sind sie nicht treu geblieben, und ich ließ sie auch gehen, spricht der Herr.
Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen will, wird so aussehen: Ich werde ihnen meine Gesetze in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott und sie werden mein Volk sein.
Keiner muss dann noch seinen Mitbürger belehren und niemand zu seinem Bruder sagen: 'Komm und lerne den Herrn kennen!' Denn alle - vom Kleinsten bis zum Größen - werden mich bereits kennen.
Und ich werde ihnen ihr Unrecht vergeben und nie mehr an ihre Sünden denken."
Wenn Gott also von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber alt ist und ausgedient hat, wird bald verschwunden sein. Hebräer 8
Nun ist euch doch klar, liebe Geschwister - ich rede ja zu Leuten, die das Gesetz kennen -, dass das Gesetz für einen Menschen nur so lange Geltung hat, wie er lebt. So ist zum Beispiel eine verheiratete Frau durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, so lange er lebt. Stirbt ihr Mann, ist sie frei von dem Gesetz, das sie an ihn band.
Wenn sie sich also zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen einlässt, gilt sie als Ehebrecherin. Stirbt aber der Mann, ist sie nicht mehr durch das Gesetz gebunden. Es steht ihr frei, einen anderen zu heiraten. Sie wird deswegen nicht zur Ehebrecherin.
So ist es auch mit euch, liebe Geschwister. Durch den körperlichen Tod des Christus seid ihr dem Gesetz gegenüber zu Tode gekommen, so dass ihr jetzt einem anderen angehören könnt, nämlich dem, der von den Toten auferweckt wurde. Und das bedeutet: Jetzt kann unser Leben Frucht bringen. Denn als wir noch unserer selbstsüchtigen Natur folgten, war alles, was wir taten, von den durch das Gesetz erregten sündigen Leidenschaften bestimmt. Die einzige Frucht, die das brachte, war der Tod.
Doch jetzt sind wir vom Gesetz freigekommen, wir sind tot für das Gesetz, das uns früher gefangen hielt. Jetzt stehen wir im Dienst einer neuen Ordnung, die vom Geist bestimmt ist, und werden nicht mehr von der alten beherrscht, die vom Buchstaben des Gesetzes beeinflusst war. Heißt das nun, dass das Gesetz Sünde ist? Auf keinen Fall! Aber ohne Gesetz hätte ich nie erkannt, was Sünde ist. Auch die Begierde wäre nie in mir erwacht, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren!"
Doch die Sünde nutzte die Gelegenheit und stachelte durch das Gebot jede Begierde in mir auf. Ohne Gesetz ist die Sünde tot.
Ich lebte einmal ohne Gesetz. Als dann aber das Gebot kam, fing die Sünde an zu leben - und ich starb. Das Gebot, das mir das Leben erhalten sollte, brachte mir den Tod.
Denn die Sünde ergriff die Gelegenheit und benutzte das Gesetz, um mich zu täuschen und zu töten.
Es bleibt also dabei: Das Gesetz ist heilig und seine Forderungen sind heilig, gerecht und gut.
Hat nun das Gute mir den Tod gebracht? Auf keinen Fall! Schuld war die Sünde. Sie hat mir den Tod gebracht und das Gute dazu benutzt. So hat sie ihr wahres Gesicht gezeigt. Die Forderungen des Gesetzes haben nur ihre eigene Abscheulichkeit ans Licht gebracht.
Wir wissen ja, dass das Gesetz vom Geist Gottes geprägt ist. Ich aber bin meinem eigensüchtigen Wesen ausgeliefert und der Sünde unterworfen.
Ich verstehe ja selbst nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht das, was ich will, sondern gerade das, was ich hasse.
Wenn ich aber das tue, was ich gar nicht tun will, dann gebe ich damit dem Gesetz Recht und heiße es gut.
Dann aber bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meiner eigenen Natur, nichts Gutes wohnt. Es fehlt mir nicht am Wollen, aber ich bringe es nicht fertig, das Gute zu tun.
Ich tue nicht das Gute, was ich tun will, sondern das Böse, was ich nicht will.
Wenn ich aber das tue, was ich gar nicht will, dann bin nicht mehr ich der Handelnde, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
Ich stelle also ein Gesetz des Bösen in mir fest, obwohl ich doch das Gute tun will.
Denn meiner innersten Überzeugung nach stimme ich dem Gesetz Gottes freudig zu, aber in meinen Gliedern sehe ich ein anderes Gesetz wirken, das mit dem Gesetz in meinem Innern in Streit liegt und mich zu seinem Gefangenen macht.
Ich unglückseliger Mensch! Gibt es denn niemand, der mich aus dieser tödlichen Verstrickung befreit?
Doch! Und dafür danke ich Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Es gilt also beides: Meiner innersten Überzeugung nach diene ich dem Gesetz Gottes, meiner eigensüchtigen Natur nach aber bin ich dem Gesetz der Sünde versklavt. Römer 7
