Der christlicheSoldat - ein Unding?

Im Abschnitt über die zehn Gebote haben wir gelesen, dass jenes Gebot, welches im deutschen oft mit "du sollst nicht töten!" übersetzt wird, eigentlich heißt, "du sollst nicht morden!".
Ich weiß nicht, warum es oft anders übersetzt wird.
Als "du sollst nicht töten!" würde es ja bedeuten, das Israel gar nicht opfern konnte, ja das wir kein Fleisch essen dürften.
Wer isst schon gern ein lebendes Hähnchen.
Wir wollen uns einmal das Problem, mit dem "du sollst nicht morden" ansehen.

Ich denke dieses Gebot gilt zum Schutz für alles Leben. Als solches gilt es besonders für Soldaten. In den Medien wurde oft der Satz zitiert, »Soldaten sind Mörder«.

Die meisten Menschen würden es weit von sich weisen, »Mörder« genannt zu werden. Spricht man aber von Soldaten, oder mit ihnen, nehmen sich immer mehr Menschen dieses Recht heraus.

So darf man eigentlich gar nicht argumentieren. Eines ist aber auf jeden Fall klar! Die waffentragenden Berufe, allen voran die Soldaten, aber auch die Polizei, stehen in der erhöhten Gefahr, gegen dieses Gebot zu verstoßen.

Wie kommt das? Es wird wohl unter anderem daran liegen, dass über den Einsatz der Waffen von anderen bestimmt wird. Der Soldat muss gehorchen. Eine Armee von Individualisten gibt es nicht, sie würde nie funktionieren.
Befehle müssen befolgt werden. Wenn ein Soldat im Ernstfall erst einmal mit seinem Vorgesetzten diskutiert, ob und wie, geschossen werden soll, wird er nicht lange überleben.

"Es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshändel miteinander habt. Warum lasst ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?" 1. Korinther 6, 7
"Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar;"
Matthäus 5, 39
"Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht!" Lukas 6, 29
Eigentlich sollten wir uns mit diesem Wort Gottes begnügen. Aber wie sollen wir das tun, was Gott da von uns verlangt? Schaffen wir es doch noch nicht einmal, als wiedergeborene Christen, so wie von Gott verlangt, miteinander umzugehen. Wie sollen wir dann anderen vorschreiben, wie sie sich verhalten sollen? Mit Sicherheit machen wir es uns zu einfach, wenn wir sagen:
Soldat ist kein Beruf für Christen. Ich denke auch nicht, dass es eine Lösung ist, einen Dienst als Sanitäter zu leisten. Alles dies halte ich nicht für ganz durchdacht.

Fakt ist: Das sich richten, nach den Gesetzen Gottes ist die sicherste Lösung für einen Christen. Aber zugleich ist es auch die schwierigste. Denn, wenn ich angegriffen werde, kann ich mich ja schon kaum nach Gottes heiligem Gesetz richten. Aber wenn die Menschen, die Gott mir zu Seite gestellt hat, angegriffen werden, dann besteht bei mir schon Gefahr, dass ich ausraste und die guten Gebote meines guten Gottes vergesse. Da brauche ich mir gar nichts schön zu reden, das ist so.

Natürlich sehe ich bisher immer noch keine Rechtfertigung, die sich auf das Neue Testament stützt für den Beruf des Soldaten. Aber ich weiß auch, dass wir gerade als Deutsche den alliierten Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg sehr viel zu verdanken haben. Trotzdem schaffe ich es nicht, ein Veto für den Beruf des Soldaten zu halten. Ich meine, dass Christen Ihre Finger von diesem Beruf lassen sollten. Die einleitende Frage war, »sind Soldaten wirklich Mörder?«

Nun sie stehen in einer großen Gefahr,es zu sein.
Über Jahrzehnte hinweg wurde uns gesagt, die Bundeswehr diene nur zur Abschreckung.
Dann hieß es, dass die Bundeswehr nur für Friedenseinsätze (was immer das auch heißen soll) da wäre.

Und jetzt müssen wir damit leben, dass die Bundeswehr wieder in irgend einen schmutzigen Krieg gezogen wird. Der Kosovo Krieg hat ja wohl hinlänglich bewiesen, dass es keinen »sauberen« oder gar »heiligen« Krieg gibt.

Solange Soldat auf Soldat schießt, solange Soldaten sich nur gegenseitig umbringen, mögen sie ihre Kriege meinetwegen in der Antarktis führen.
Aber sobald Zivilisten mit hinein gezogen werden ist, meine ich, der Tatbestand des Mordens erfüllt.

Und auch für Christen gilt: »Wer durch eine Klärgrube schwimmt, fängt mit Sicherheit an zu stinken!«.

Ich weiß durch ehemals aktiven Soldaten, dass unmöglich ist im Ernstfall zu prüfen, ob es sich bei dem, der dir plötzlich gegenüber steht, um einen feindlichen Soldaten handelt. Wenn du überleben willst musst du schießen.

Jeder tote Zivilist aber ist kein »Kolateralschaden« sondern Mordopfer.

Nun aber wollen wir doch einmal sehen: Was sagt das Wort Gottes dazu?
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird;
wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird;
wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird."
Matthäus 5, 21 - 22
"Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt, und erpresst niemanden, und begnügt euch mit eurem Sold!" Lukas 3, 14
Das ist wohl deutlich genug.