
Macht korrumpiert
Man sagt Macht korrumpiert. Kein Sprichwort ist so wahr wie dieses. Tragisch ist, dass es sich ausgerechnet in den Kirchen beweisen muss. Am stärksten in der katholischen Kirche.
Es liegt an der besonderen Struktur dieser Institution.
Diese Kirche erbt hat aber keine Erben. In den Machtzentren sitzen hochintelligente Leute. Sie beherrschen das Einmaleins der Marktwirtschaft aus dem Effeff. Diese Vermischung beider Faktoren führt nun dazu das das Vermögen wächst. Gutes Geld will gut angelegt sein. Also kauft man sich in Immobilien, Firmen etc. ein.
Da dies seit rund 1700 Jahren geschieht, hat sich, trotz der einen oder anderen Krise, eine Menge Kapital jedweder Art, angesammelt. Kurz: Die kath. Kirche ist heute eine der stärksten Wirtschaftsmächte, wenn nicht die Stärkste überhaupt, der Welt.
Diese Macht will erhalten werden. Das wiederum bestimmt den Umgang mit Konkurrenten. Man versucht sie zuerst zu assimilieren, sie aufzusaugen. Das führte dazu, dass sich unter dem Dach Roms die vielfältigsten, geistlichen oder geistigen, Gruppierungen wiederfinden. Gelingt das Einverleiben nicht, werden diese Gruppen bis aufs Messer bekämpft. So wie in den Kreuzzügen, der Gegenreformation oder dem Dreißigjährigen Krieg. Dann nach einer zeit scheinbarer Ruhe wird wieder ein neuer Versuch der Assimilation gestartet.
Zurzeit versucht Rom sich den protestantischen Bereich, über die Ökumene, einzuverleiben. Da macht es Sinn, sich auch gleich dem Islam werbend zu nähern. Nachdem man die Muslime und Ihren Allah erst als Teufel und seine Diener einstufte (Kreuzzüge), kam eine Zeit der gegenseitigen Tolerierung. Die Oberen beider Lager kamen überein, zu behaupten, man hätte doch den gleichen Gott. Das geschah zwar wieder besseren Wissens. Aber, zumindest die führenden Imame wahrten dieses Geheimnis gut. Ich halte dafür, dass es heute selbst katholische Theologen gibt, die diesen Mumpitz glauben und nicht mehr wissen, dass Allah und Baal ein und derselbe Gott sind.
Im Moment jedenfalls gibt es wieder eine Phase der Annäherung zwischen beiden Religionen,
Nicht weil man sich so sympathisch ist, sondern weil man die eigen Macht erhalten und ausbauen will. Eine katholische Kirche, die bereit ist Terrain aufzugeben, begeht, de facto, Selbstmord. Zudem ist im Moment kein guter Zeitpunkt für Glaubenskriege. Jedenfalls nicht bei uns. Andernorts gibt es die allerdings schon. Und zwar mit einer ungeheueren Energie. Die Ermordung zweier Bibelschülerinnen im Jemen im Juni 2009 gehört in diesen Kampf.
Rom jedenfalls hat nichts von seiner Machtgeilheit verloren. Man spielt lediglich seine Instrumente etwas dezenter.
Wer auf seinen Reichtum vertraut, der wird fallen, aber wie Laub werden die Gerechten sprossen.
Sprüche 11,28
