
Den Zehnten geben heißt Gott berauben!
Darf eine christliche Gemeinschaft den Zehnten fordern?
Auch der so genannte »Zehnte« ist ja Bestandteil des Gesetzes. Ich bin fest überzeugt dass auch für ihn diese Aussage des Galaterbriefes über die Freiheit gilt.
Darum denke ich, niemand hat heute das recht von irgendwem den Zehnten zu fordern.
Lasst uns sehen was die Bibel dazu sagt.:
Der Zehnte ist auch durch den Herrn Jesus Christus bezahlt worden.
Ich denke, das man das sagen kann. Er war in allen Dingen gehorsam, sagt die Schrift. Außerdem gibt es einen Bericht wo Der Herr den Petrus anweist, die Tempelsteuer zu bezahlen. "Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der Doppeldrachmen zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachmen?
Er sagt: Doch. Und als er in das Haus eintrat, kam Jesus ihm zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem erheben die Könige der Erde Zoll oder Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden?
Da er aber sagte: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: Demnach sind die Söhne frei.
Damit wir ihnen aber kein Ärgernis geben, geh an den See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, öffne sein Maul, und du wirst einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich!" Matthäus 17, 24-27
Der Herr Jesus musste auch hier gehorsam sein, weil sowohl der Zehnte als auch die Tempelsteuer Bestandteil des Mosaischen Gesetzes sind.
Zum ersten Mal erfahren wir vom geben eines Zehnten bei Abraham. Da schenkt Abram dem Priester des Allerhöchsten Melchisedek den Zehnten der Kriegsbeute (1.Mose 14,20).
Im zweiten Fall gelobt Jakob, "Und Jakob legte ein Gelübde ab und sagte: Wenn Gott mit mir ist und mich behütet auf diesem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen und Kleidung anzuziehen gibt
und ich in Frieden zurückkehre zum Haus meines Vaters, dann soll der HERR mein Gott sein.
Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes werden; und alles, was du mir geben wirst, werde ich dir treu verzehnten." 1. Mose 28, 20 - 22
Bezeichnend für diese Abgabe ist in beiden Fällen die Freiwilligkeit der Abgabe, nicht der Wunsch oder Befehl Gottes.
Dann kommt das Gesetz durch Mose. Hier wird der Zehnte eingefordert. Und zwar von Gott. In 3. Moses 27, 30 steht: "Und der ganze Zehnte von Rindern und Schafen, von allem, was unter dem Stab vorüberzieht, das Zehnte soll für den HERRN heilig sein."
Nun sagst du völlig zu recht: Gott ist derselbe, heute gestern und in Ewigkeit.
Stimmt! Jakobus sagt, dass bei Gott nicht der Schatten eines Wechsels ist.
Aber überlegen wir einmal, welche Aufgabe der Zehnte hatte? "Und siehe, den Söhnen Levi habe ich den gesamten Zehnten in Israel zum Erbteil gegeben für ihre Arbeit, die sie verrichten, die Arbeit für das Zelt der Begegnung.
Und die Söhne Israel sollen nicht mehr dem Zelt der Begegnung nahen, sonst laden sie Sünde auf sich und müssen sterben; die Leviten sollen vielmehr die Arbeit am Zelt der Begegnung verrichten, und sie allein sollen ihre Schuld tragen: eine ewige Ordnung für alle eure Generationen. Aber inmitten der Söhne Israel sollen sie kein Erbteil besitzen; denn den Zehnten der Söhne Israel, den sie dem HERRN als Hebopfer abheben, habe ich den Leviten zum Erbteil gegeben; darum habe ich von ihnen gesagt, dass sie inmitten der Söhne Israel kein Erbteil besitzen sollen." 4 Moses 18, 21 - 24
Du siehst also, der Zehnte hatte, wie alle anderen Opfer und Abgaben, wie das ganze Gesetz immer eine bestimmte Aufgabe.
Es gibt aber noch einen weiteren Zehnten. Und zwar in 5 Moses 14, 22 - 27: "Du sollst gewissenhaft allen Ertrag deiner Saat verzehnten, was auf dem Feld wächst, Jahr für Jahr, und sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, nämlich den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öles und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe, damit du lernst, den HERRN, deinen Gott, alle Tage zu fürchten.
Wenn aber der Weg zu weit für dich ist, dass du es nicht hinbringen kannst, weil die Stätte für dich zu fern ist, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort hinzulegen, wenn der HERR, dein Gott, dich segnet:
dann sollst du es für Geld geben. Und dann binde das Geld in deine Hand zusammen und geh an die Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird!
Und gib das Geld für alles, was deine Seele begehrt, für Rinder und Schafe, für Wein und Rauschtrank und für alles, was deine Seele wünscht! Und iss dort vor dem HERRN, deinem Gott, und freue dich, du und dein Haus!
Und den Leviten, der in deinen Toren wohnt, den sollst du nicht verlassen; denn er hat keinen Anteil noch Erbe mit dir."
Diese Funktion hatte auch der in 5. Moses 26. 12 erwähnte Zehnte. Hier wird er auf alle »Landlosen« ausgedehnt.
Bei den letzten zwei hier aufgeführten »Zehnten« mag es sich im Grunde um ein und denselben Zehnten handeln.
Man sieht hier das Gott es mit seinem Volk auch in körperlicher Hinsicht gut meint. Doch es gibt noch jemanden der den Zehnten (als Steuer) erhebt.
Der König erhebt den Zehnten. 1 Samuel 8,15 - 17: "Und von euren Kornfeldern und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und ihn seinen Kämmerern und Beamten geben.
Und eure Knechte und eure Mägde und eure besten jungen Männer und eure Esel wird er nehmen und sie in seinen Dienst stellen.
Von euren Schafen wird er den Zehnten nehmen, und ihr, ihr müsst seine Knechte sein."
Samuel führt das hier als negative Auswirkung des Königtums auf.
Selbstverständlich kenne ich auch Maleachi 3. 10, wo Gott verspricht, dass er Segen geben wird, wenn Israel ehrlich den Zehnten gibt.
Aber der Zehnte ist Bestandteil des Gesetzes. Und unser Herr und Heiland, Jesus Christus hat dieses Gesetz für uns erfüllt. Er hat auf Golgatha alles getan, die durchaus gerechten Forderungen des Gesetzes zu erfüllen.
"Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen." Matthäus 5, 17
Da der Herr Jesus nun in seiner großen Güte das ganze Gesetz er füllt hat brauchen, ja können und dürfen wir es nicht mehr erfüllen. Gott hat in seiner unendlichen Weisheit dafür gesorgt, das der Tempel, der ja in der Zeit des Evangeliums überflüssig war, vernichtet worden ist. (Ich weiß, er wird wieder aufgebaut.) Aber dadurch können wir die Opfergesetze gar nicht mehr halten, selbst wenn wir wollten.
Niemand, außer Gott, hat ein Anrecht darauf von dir etwas zu fordern!
Also solltest du dich von niemandem zwingen lassen, etwas zu geben, was immer es sei.
Trotzdem ist es gut, nicht nur ein offenes Herz, sondern auch einen offenen Beutel zu haben.
Es geht hier nämlich nicht um die Tatsache ob du etwas gibst, sondern aus welchem Beweggrund und wem du es gibst.
"Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester dürftig gekleidet ist und der täglichen Nahrung entbehrt, aber jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch! ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige, was nützt es?
So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot." Jakobus 2, 15 - 17
"...in der jetzigen Zeit diene euer Überfluss dem Mangel jener, damit auch der Überfluss jener für euren Mangel diene, damit Gleichheit entstehe;" 2. Korinther 8, 14
Auch für die so genannten äußeren Dinge braucht deine Gemeinde finanzielle Mittel.
Da bist du natürlich gefordert, aber, auch hier gilt was für einen Christen in jeder Lebenslage gilt: alles was immer du tust, tu es aus Liebe zu dem, der für dich gekreuzigt wurde und der für dich auferstand. Handele aus Liebe zu Jesus Christus, nicht aus Zwang.
Vergiss niemals:
"Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten:
Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes
und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist." Römer 3, 21 - 26
Also bleibt nur:
- "Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt." Römer 13, 8
- "Wenn ihr wirklich das königliche Gesetz erfüllet nach der Schrift: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", so tut ihr wohl." Jakobus 2, 8
Das Ableisten des Zehnten hat der Herr Jesus für uns nicht abgeschafft, sondern erledigt.
Nicht nur den Zehnten. Jedes Opfer. Ein für alle mal. Der Hebräerbrief berichtet darüber.
Und im Galaterbrief, der sich ja sehr mit der Freiheit des Christen in Christus beschäftigt heißt es: "Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist - denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!« -," Galater 3, 13
Paulus drängt hier sehr darauf, dass die Galater sich nicht wieder unter ein neues (altes) Gesetz zwingen lassen sollen. Über diejenigen, die so etwas versuchen spricht er ein hartes Urteil.: "Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!
Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!" Galater 1, 8 - 9
Er erläutert das und Gott hält die Auseinadersetzung mit Petrus für so wichtig, das er sie uns in diesem Galaterbrief überliefert hat.. Das Fazit daraus ist zum einen: "Denn das ganze Gesetz ist in einem Worte erfüllt, in dem: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Galater 5, 14 und zum anderen:
"Einer trage des anderen Lasten, und also erfüllet das Gesetz des Christus." Galater 6, 2 und "Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde." Jakobus 4, 17
Aber das heißt nicht, dass Gott nicht eine Forderung an uns hat, die weit über das hinaus geht, was der Zehnte, das Gesetz, von einem wiedergeborenen Christen verlangt.
Ein Wort zu unserer Stellung vor Gott, als seine Kinder (gilt n u r für Wiedergeborene)! Wir sind zum Einen einmal Kinder Gottes, Aber es heißt auch, wir sollen seine Nachahmer sein. Ihm nachfolgen. Paulus und auch Petrus sagen es ganz deutlich:
"Ich bitte euch nun, seid meine Nachahmer!" 1 Korinther 4, 16
"Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Christi." 1 Korinther 11, 1
"Seid nun Nachahmer Gottes, als geliebte Kinder," Epheser 5, 1
"Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!" Philipper 3, 17
"Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und des Herrn, indem ihr das Wort aufgenommen habt in vieler Drangsal mit Freude des Heiligen Geistes," 1 Thessalonicher 1, 6
"Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Versammlungen Gottes geworden, die in Judäa sind in Christo Jesu, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt, wie auch jene von den Juden," 1 Thessalonicher 2, 14
"...auf dass ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, welche durch Glauben und Ausharren die Verheißungen ererben." Hebräer 6, 12
"Und wer ist, der euch Böses tun wird, wenn ihr Nachahmer des Guten geworden seid?" 1 Petrus 3, 13
Wir Christen bezeichnen uns gern als »Eigentum« Jesu Christi. Paulus bringt das auf den Punkt, indem er sich selbst immer wieder einen Sklaven Jesu Christi nennt. Und als Christen sollen wir ihn nachahmen.
Wenn wir also nicht mehr dem Fluch des Gesetzes unterworfen sind sondern Eigentum Jesu, gelten andere Regeln für uns.
Gott gehört nicht nur unser Zehnter, sondern alles. Das ist die logische Feststellung aus allem bisher gesagten.
Der Zehnte wird ab Pfingsten nicht mehr erwähnt. Aber es wird uns vom Verhalten der ersten Gemeinde erzählt. Am deutlichsten aber wird es im 2. Korintherbrief gezeigt. Im achten. und neunten Kapitel bittet Gott durch Paulus die Korinther um Hilfe für die in Not geratene Gemeinde in Jerusalem. Und auch da sagt er nicht "Rückt den Zehnten heraus," sondern er bittet, dass sie geben mögen was ihnen Gott aufs Herz legt. In 2 Korinther 8, 8 wird klar gesagt:"Nicht Befehlsweise spreche ich, sondern um durch den Eifer anderer auch die Echtheit eurer Liebe zu prüfen."
Das heiß im "Neuen Bund" gilt das Prinzip "Freiwilliger Gehorsam aus Liebe"
Er begründet das in 2 Korinther 9, 12:"Denn die Besorgung dieses Dienstes füllt nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überreich durch viele Danksagungen zu Gott;"
Es gilt also:
Niemand hat das Recht, den Zehnten von uns im »Namen Gottes« zu fordern.
Der Herr und Heiland-Gott Jesus Christus hat das alleinige Verfügungsrecht über all unseren Besitz.
Das geht nicht mehr nach Prozent sondern nach Herz. Jetzt heißt es :"Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde!" Jakobus 4, 17
Aber wir müssen darauf achten, dass die neutestamentliche Regelung kein neues Gesetz wird. Das würde uns nur unter den Fluch des Galaterbriefes bringen.
Ich muss das geben, für die Dinge der Gemeinde/Kirche, was der Herr mir aufs Herz legt, das kann einmal ein fester Betrag sein, einmal ein größerer und einmal ein kleinerer. "...in der jetzigen Zeit diene euer Überfluss für den Mangel jener, auf dass auch jener Überfluss für euren Mangel diene, damit Gleichheit werde; wie geschrieben steht:" 2 Korinther 8, 14
Ich denke, ich habe alles gesagt, was zum Thema zu sagen ist.
Entscheiden musst du dich.
Ich wünsche dir Gottes Segen
