Wie geht das - Beten im Geist?

Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.
Was ist nun? Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand.
Denn wenn du mit dem Geist preist, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er ja nicht weiß, was du sagst?
Denn du sagst wohl gut Dank, aber der andere wird nicht erbaut.
1.Korinther 14. 14-17

Das griechische Wort für "Geist" hier entspricht eher dem Worte Wind, Hauch und Geist, da dieser wie der Wind unsichtbar, unfassbar und doch kraftvoll ist; von blasen, hauchen.
Damit ist also klar, dass hier zwar wohl von einer Kraft die Rede ist, aber nicht vom "Heiligen Geist". GOTT erklärt das ja auch wohl weiter in Vers 15 wo das Wort Verstand dann auch folgerichtig nicht die Ratio sondern ganz bewusst das Gehirn bezeichnet.
In der Strong Erklärung heißt es: Lex 3416
Sinn, Verstand, Denken, das Organ der denkenden Auffassung und des Begreifens, das Organ des Bewusstseins und des Gewissens, welches vor dem Handeln arbeitet und danach wahrnimmt und beurteilt, das Organ, mit dem der Sinn der Worte erfasst wird.

Ich habe ganz bewusst mit diesen "Worthülsen" begonnen, weil ich der Überzeugung bin, dass nur dann miteinander über ein so schweres Thema geredet werden kann, wenn die Basis der verwendeten Worte eine gemeinsame ist.

Das ist besonders wichtig, da der genannte Abschnitt in die pauschale Erklärung GOTTes (durch Paulus) über das Sprachen- oder Zungenreden eingebettet ist.

Die Kernaussage ist "unsichtbar, unfassbar und doch kraftvoll".

Ein wichtiges Verständnis zum "Verständnis" der heiligen Schrift ist jenes Wort aus Matthäus 5. 3 "Selig, die Armen im Geiste!"
Auch hier wieder die Worterklärung: Strong 4274 "ptochos"
arm und hilflos, bettelarm, armselig, einer, der Hilfe benötigt, um aus seiner Armseligkeit herauszukommen; von sich bücken, beugen, herabneigen; in Markus 12,42f; Römer 15,26; Galater 4,9; Offenbarung 13,16. Meistens ist es als Substantiv mit der Bedeutung verwendet: Armer, Bettler (Matthäus 5,3; 11,5; 19,21; 26,9.11; Markus 10,21; 14,5.7; Lukas 4,18; 6,20; 7,22; 14,13.21 u. ö.). Jemand, der "penes" (3842), arm, ist, lebt zwar in ärmlichen Verhältnissen, kann aber sein tägliches Brot gerade noch verdienen. Ein "ptochos" dagegen, der aus einem besseren Stand herabgekommen ist, ist auf Gaben angewiesen und kann nur durch Betteln überleben. Ein "penes" hat nichts Überflüssiges, während ein "ptochos" eigentlich gar nichts hat.


Ein weiterer Schlüssel zu Verstehen ist die Tatsache, dass die Schrift immer wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen, als Beispiel nimmt.

Und ein drittes, das es sehr schwer ist, Geheimnisse GOTTes zu erklären, oder auch nur zu vermitteln.

Der Grund für letzteres ist nicht nur Unvermögen des Erklärenden, sondern einfach die Tatsache, das nicht nur der Erklärer sondern auch der Hörende gleichermaßen auf das Wirken des Geistes GOTTes angewiesen sind.

Es geht wirklich nur, wenn wir zugeben, nichts zu wissen und uns die nötige Erkenntnis und Weisheit von GOTT schenken lassen.

Echtes Beten im Geist ist etwas, das mit Sicherheit jeder wiedergeborene Christ erlebt hat. Zumindest jeder, der schon einmal richtig geliebt hat.

Es entspricht ungefähr dem, (um etliche Potenzen höher) was sich abspielt wenn zwei Liebende zusammen sind. Sie sitzen auf einer Bank, haben sich an den Händen genommen und schweigen meist. Gelegentlich mal ein, zwei Worte ein "sich anschauen" ansonsten nur ein "sich mit allen Sinnen spüren". Ein Vorübergehender mag nicht von ihrem miteinander "eins sein" mitbekommen, die beiden aber wissen sich von-, um- und miteinander verstanden, geborgen beieinander.
Es gibt viele ähnliche Situationen, auch intimere, mit denen man das Beten im Geist beschreiben kann. Ich denke aber, dass sich in allen solchen Situationen das gleiche abspielt.

Zwei Menschen öffnen sich ganz und gar füreinander.

Beim Beten im Geist nun, öffnet sich ein Mensch ganz für GOTT. Dann, wenn GOTT wirklich der absolute Mittelpunkt meines ganzen Seins, all meiner Wahrnehmungen ist, dann ist dieser Zustand genau, was die Bibel "Beten im Geist" nennt.

Hier haben wir dann die in Vers 16 beschriebene Situation: Denn wenn du mit dem Geist preist, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er ja nicht weiß, was du sagst?

Da niemand, kein Mensch in dieser Situation einen rationalen Zugang zu Dir hat kann auch wirklich niemand mitbekommen, was sich da zwischen GOTT und Dir abspielt. Deswegen kann er zu Deinem Gebet auch nicht bestätigend Amen sagen.
Genau so wenig, wie er das sagen könnte, wenn Du in einer (nicht gelernten) Sprache redest.

Denn Amen sagen ist mehr als ein kräftiges "endlich" hinter einem langen Gebet, es ist ein sich eins machen mit dem Gebet des Betenden. Gemäß dem Worte GOTTes, Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte. Matthäus 18,19-20

Beten im Geiste ist natürlich eine "Sache", die einige Voraussetzungen erfordert.
Eines ist dabei, das wichtigste, das Wollen. Wir beschweren uns manchmal, dass GOTT nicht mit uns redet. Das ist nicht war. GOTT schenkt jedem von uns genügend solcher Momente.
Jeden Tag. Er klopft etliche Male am Tag an Deine "Herzenstür". Am geeignetsten sind für einen "Anfänger" jene Momente, wo Du im Bett liegst und partout nicht schlafen kannst.

Viele Menschen werfen jetzt einfach eine Schlaftablette rein. Auch Christen. Man braucht ja seinen Schlaf.

Vergiss es. Was wichtiger ist, als Brot sagt die Schrift, ist Wort GOTTes. Ich sage: viel wichtiger als eine halbe Stunde Schlaf, ist reden mit GOTT, mit dem Sieger von Golgatha eins sein im Gebet.

Ich kann leider nicht genau erklären, was man tun muss um wirklich ganz und gar loszulassen. Loszulassen von den Dingen des Alltags, von Ärger, Frust, Not, Zorn. Aber auch von allen schönen Dingen des Tages.
Ich tue es einfach. Ich denke, es ist in gewisser Weise nicht mehr und nicht weniger als ein starkes hören wollen auf das, was GOTT sagt. Es ist wohl zu vergleichen, mit dem, was ein Kind fühlt, das sich zu den Eltern aufs Sofa setzt und nur da sein will.
Ja, es ist das, was Maria tat, als sie zu den Füßen Jesu saß, sie hörte ihm zu. Sie redete nicht, sie hörte zu. Lukas 10. 38. Vielleicht hatte sie manchmal eine Frage zu dem gesagten, vielleicht stellte sie die dann ja auch. Aber es bleibt: Sie hörte zu.

Wenn ich jedenfalls eine solche "schlaflose Nacht" hinter mir habe, dann fehlt mir keine Nachtruhe. Dann gehe ich gestärkt in den neuen Tag.
Ich habe Nächte erlebt, in denen ich mich fast so fühlte wie Paulus in Rom, als er dort in Gefangenschaft saß. Er sagt: Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet.
Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde und alle die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.
Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich hineinretten. Ihm sei die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
2.Timotheus 4,16-18

Ich habe noch etliche Geschwister die auch in schwerer Stunde zu mir halten. Aber in solchen Nächten, dann wenn man sich so richtig schwach und kraftlos fühlt, wenn um einen herum der Sturm heult und die Eiseskälte des Winters tobt, dann zu Füßen Jesu, meines Herrn und Heilandes zu sitzen, nicht zu jammern, aber vielleicht leise zu weinen und dann seine tröstende Gegenwart zu spüren. Das ist wunderbar.

Es mag jetzt ein psychologisch geschulter Mensch sagen: Aber das ist doch fast Meditation! Recht gesprochen.
Nur, der Teufel, der Vater aller Lügen, ist auch der große Nachahmer GOTTes.

Er hat aus diesem Beten im Geist dieses jämmerliche Zerrbild der Meditation geschaffen. Auf was soll ich mich denn da konzentrieren, auf mich?
Auf einen Götzen?

Nein: Für einen wiedergeborenen Menschen ist dieser Unfug nichts.
Auf ihn wartet die liebend ausgestreckte Hand GOTTes.

Auch auf Dich, wenn Du noch kein Kind GOTTes, kein Eigentum Jesu bist.
Du kannst zu ihm kommen, so wie Du bist, mit all Deinen Sünden, Deinem ganzen sündigen Leben. Er, der auf Golgatha für Deine Sündenschuld starb, der dort den Preis für Deine Sünden gezahlt hat, er wartet auf Dich.

Geh zu ihm. Rede mit ihm. Bekenne ihm Deine Sünden und nimm die Vergebung durch sein Blut an.

Wenn Du näheres wissen willst frag mich ruhig.

Alles Liebe
Peter